Die Wallfahrt
Die Wallfahrt von El Rocío ist eine religiöse, festliche und kulturelle Manifestation, die jedes Jahr Hunderttausende von Menschen in das Dorf El Rocío, in Almonte (Huelva), führt, um die Jungfrau von El Rocío, die Blanca Paloma, zu verehren.
Sie wird um das Pfingstfest herum gefeiert, mit der zentralen Prozession der Jungfrau — dem sogenannten «salto de la reja» — in der Nacht von Sonntag auf Montag. Der Kult ist seit 1335 dokumentiert, als die erste Erwähnung von «Santa María de las Rocinas» auftaucht; 1724 unterzeichneten sechs Gründungsbruderschaften die Vereinbarung, die die Wallfahrt so organisierte, wie wir sie heute kennen.
© Eloy Barrios · CC BY-SA 4.0Die Pilgerfahrt ist um die Bruderschaften herum organisiert, Bruderschaften, die pilgern und dabei den Simpecado tragen, das Banner mit dem Bildnis der Jungfrau. Es gibt mehr als 120 Tochterbruderschaften der Hermandad Matriz von Almonte, zu denen sich Rocío-Vereinigungen aus ganz Spanien und sogar aus anderen Ländern gesellen.
Man pilgert zu Fuß, zu Pferd oder im Wagen. Die Atmosphäre verbindet die religiöse Inbrunst — Gebete und Salven — mit der andalusischen Folklore: die Sevillanas, die an jeder Rast zum Klang von Gitarren und Klatschen gesungen werden, die gemeinsamen Mahlzeiten und das Zusammensein im Freien. Dieser gemischte Charakter macht El Rocío zusammen mit der Durchquerung von Doñana einzigartig.